Glossar

SPC

SPC ist die statistische Prozesslenkung, bei der Merkmale während der Fertigung mit Stichproben und Regelkarten überwacht werden, um Prozessveränderungen zu erkennen, bevor Ausschuss entsteht.

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Bedienerin entnimmt eine Stichprobe an einer Fertigungslinie

SPC steht für Statistical Process Control und bezeichnet die Überwachung laufender Fertigungsprozesse mit Stichproben, Regelkarten und Fähigkeitskennwerten. Das Ziel ist, Veränderungen zu erkennen, solange die Teile noch in der Toleranz liegen — also einzugreifen, bevor Ausschuss entsteht. SPC gehört zu den Core Tools und wird in der Automobilindustrie für besondere Merkmale vorausgesetzt.

Die Regelkarte reagiert, bevor die Toleranz verletzt ist

Der Unterschied zwischen einer Regelkarte und einer Toleranzprüfung ist der entscheidende Punkt. Eingriffsgrenzen leiten sich aus der tatsächlichen Streuung des Prozesses ab, nicht aus der Zeichnungstoleranz. Ein Prozess kann also ein Eingriffssignal geben, obwohl alle Teile in Ordnung sind. Genau das ist der Zweck: Der Prozess hat sich verändert, und die Ursache lässt sich noch billig beheben.

Wer die Eingriffsgrenzen auf die Toleranzgrenzen setzt, hat keine Regelkarte, sondern eine aufwendig gezeichnete Endkontrolle. Das ist einer der häufigsten Fehler in eingeführten SPC-Systemen und im Audit sofort erkennbar.

Cpk und Ppk beschreiben verschiedene Dinge

Ppk bewertet die Leistung über den gesamten betrachteten Zeitraum und enthält alle Streuungsanteile, auch die zwischen den Stichprobengruppen. Cpk bewertet die Fähigkeit eines beherrschten Prozesses und stützt sich auf die Streuung innerhalb der Gruppen. Deshalb wird bei der Erstbemusterung im Rahmen von PPAP der Ppk gefordert, in der Serie der Cpk.

Als Richtwerte nennen die Referenzhandbücher für vorläufige Untersuchungen einen Ppk von mindestens 1,67 und für die laufende Serie einen Cpk von mindestens 1,33. Diese Werte sind verbreitet, aber nicht automatisch gültig: Was für Ihr Merkmal zählt, steht in den kundenspezifischen Anforderungen.

Ohne Stabilität sagt die Kennzahl nichts

Ein Fähigkeitsindex setzt einen statistisch beherrschten Prozess voraus. Wird er aus Daten berechnet, in denen Werkzeugverschleiß, Chargenwechsel oder Anlaufeffekte stecken, entsteht eine Zahl ohne Bedeutung. Die Reihenfolge ist deshalb immer: erst Stabilität nachweisen, dann Fähigkeit berechnen.

Der zweite Stolperstein sind Merkmale, die nicht normalverteilt sind — Rundheit, Position, Rauheit, einseitig begrenzte Maße. Die Standardformel liefert hier systematisch zu gute oder zu schlechte Werte. Nötig ist ein Verteilungsmodell, das zum Merkmal passt. Wer das übergeht, legt bei der Bemusterung Kennwerte vor, die der Kunde bei eigener Nachrechnung nicht bestätigt.

Erst das Messsystem, dann der Prozess

Fähigkeitskennwerte enthalten immer auch die Streuung des Messsystems. Ist die Messunsicherheit im Verhältnis zur Toleranz zu groß, misst die Karte überwiegend das Messgerät. Deshalb steht die Messsystemanalyse vor der SPC-Auswertung, nicht daneben.

Und die Karte allein genügt nicht. Zu jedem Merkmal gehört ein Reaktionsplan im Control Plan: Wer wird informiert, was wird gesperrt, was wird nachgeprüft. Regelkarten mit Eingriffssignalen, aber ohne dokumentierte Reaktion, sind eine der Standardfeststellungen in Audits nach IATF 16949.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Cpk und Ppk?

Ppk beschreibt die Leistung des Prozesses über den gesamten betrachteten Zeitraum einschließlich aller Streuungsanteile. Cpk beschreibt die Fähigkeit eines beherrschten Prozesses und stützt sich auf die Streuung innerhalb der Stichprobengruppen. Bei der Erstbemusterung wird deshalb Ppk gefordert, in der laufenden Serie Cpk. Die Werte sind nicht austauschbar.

Welche Kennwerte werden üblicherweise verlangt?

In den Referenzhandbüchern gilt für vorläufige Prozessuntersuchungen bei der Bemusterung ein Ppk von mindestens 1,67 als Richtwert, für die laufende Serie ein Cpk von mindestens 1,33. Kunden können abweichende Werte festlegen, besonders für sicherheitsrelevante Merkmale. Maßgeblich ist immer die Kundenvorgabe, nicht der Richtwert.

Muss ich jedes Maß mit SPC überwachen?

Nein, und das wäre auch nicht sinnvoll. SPC gilt für die besonderen Merkmale, die aus der FMEA abgeleitet und im Control Plan festgelegt sind. Wer alles überwacht, erzeugt Datenberge ohne Reaktion. Wer die falschen Merkmale überwacht, hat Karten für unkritische Maße und keine für das Merkmal, das reklamiert wird.

Wann ist ein Fähigkeitskennwert wertlos?

Wenn der Prozess nicht stabil ist. Ein Fähigkeitsindex setzt einen beherrschten Prozess voraus. Wird er aus Daten mit Trends, Sprüngen oder Werkzeugwechseln berechnet, beschreibt er nichts. Der zweite Fall sind nicht normalverteilte Merkmale wie Rundheit oder Position, bei denen die Standardformel systematisch falsche Werte liefert.

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