Glossar

Methodenvalidierung

Methodenvalidierung ist der dokumentierte Nachweis, dass ein Prüfverfahren die Anforderungen des vorgesehenen Verwendungszwecks erfüllt — belegt durch objektive Ergebnisse zu Kenngrößen wie Richtigkeit, Präzision, Arbeitsbereich und Nachweisvermögen.

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Laborantin führt eine Messung an einem Analysegerät durch

Methodenvalidierung beantwortet die Frage, ob ein Verfahren das leistet, was der Verwendungszweck verlangt. Nicht, ob es das theoretisch beste Verfahren ist. Der Verwendungszweck ist deshalb der erste Satz jeder Validierung: welche Matrix, welcher Konzentrationsbereich, welche Entscheidung soll auf dem Ergebnis aufbauen. Wer diesen Rahmen nicht schriftlich festlegt, validiert ins Leere — es fehlt der Maßstab, an dem die Ergebnisse gemessen werden.

Die Kenngrößen und was sie leisten

Je nach Verfahren sind unterschiedliche Kenngrößen relevant. Üblich sind Selektivität und Spezifität, Linearität und Arbeitsbereich, Nachweis- und Bestimmungsgrenze, Richtigkeit über Wiederfindung oder Vergleich mit einem Referenzverfahren, Präzision unter Wiederhol- und unter Vergleichsbedingungen, Robustheit gegenüber kleinen absichtlichen Änderungen und die resultierende Messunsicherheit.

Nicht jede Kenngröße ist bei jedem Verfahren nötig. Bei einer rein qualitativen Prüfung ist Linearität sinnlos, dafür rücken Falsch-positiv- und Falsch-negativ-Raten in den Mittelpunkt. Die Auswahl ist Teil der Validierung und muss begründet sein — ein pauschal abgearbeiteter Kenngrößenkatalog ist kein Beleg für fachliches Nachdenken.

Der Fehler, der die Validierung wertlos macht

Validiert wird in Reinstlösung, gemessen wird in der Realprobe. Das ist der häufigste und teuerste Fehler. Wiederfindung und Nachweisgrenze hängen massiv von der Matrix ab: Klärschlamm, Milchprodukt, Legierung und Trinkwasser verhalten sich völlig unterschiedlich. Eine Validierung deckt nur die Matrizes ab, mit denen sie durchgeführt wurde.

Daraus folgt eine Grenze, die im Alltag ständig überschritten wird. Kommt ein Auftrag mit einer neuen Matrix herein, ist das Verfahren dafür zunächst nicht validiert. Zulässig ist dann eine begrenzte Matrixerweiterung mit dotierten Proben und dokumentierter Bewertung — nicht die stillschweigende Annahme, das werde schon passen. Bei einer flexiblen Akkreditierung ist genau dieser Schritt der Punkt, den Begutachter herausgreifen.

Womit die Richtigkeit belegt wird

Für die Richtigkeit brauchen Sie einen unabhängigen Bezugspunkt. In Frage kommen zertifiziertes Referenzmaterial, der Vergleich mit einem etablierten Referenzverfahren, dotierte Proben oder die Teilnahme an Eignungsprüfungen. Am belastbarsten ist zertifiziertes Referenzmaterial, weil es die metrologische Rückführbarkeit gleich mitliefert.

Ein verbreiteter Konstruktionsfehler: Dasselbe Referenzmaterial dient als Kalibrator und als Kontrolle. Dann prüft die Kontrolle die Kalibrierung gegen sich selbst und findet erwartungsgemäß nichts. Kontrollmaterial muss aus einer anderen Quelle oder mindestens aus einer anderen Charge stammen.

Wann neu validiert werden muss

Nicht nach Ablauf einer Frist, sondern nach einer Änderung. Auslöser sind neue Normfassungen, geänderte Geräte, andere Reagenzienchargen mit abweichenden Eigenschaften, neue Matrizes, veränderte Anforderungen an die Bestimmungsgrenze und auffällige Ergebnisse aus Eignungsprüfungen. Die Bewertung dieser Auslöser gehört ins Verfahren selbst — die Ergebnisse landen später im Prüfbericht, dessen Aussagekraft nicht besser sein kann als die Validierung dahinter. Weitere Themen rund um akkreditierte Labore finden Sie unter Branche Labore.

Häufige Fragen

Wann reicht eine Verifizierung statt einer Validierung?

Wenn Sie ein genormtes Verfahren unverändert anwenden. Dann ist die Leistungsfähigkeit bereits belegt, und Sie müssen nur nachweisen, dass Ihr Labor sie mit Ihren Geräten, Ihrem Personal und Ihren Matrizes tatsächlich erreicht. Sobald Sie am Verfahren etwas ändern — Aufschluss, Säule, Detektor, Probenmenge —, wird daraus eine Validierung des geänderten Teils.

Muss nach einem Gerätewechsel neu validiert werden?

Nicht zwingend vollständig, aber der Einfluss muss bewertet werden. Üblich ist eine reduzierte Prüfung der Kenngrößen, die vom Gerät abhängen, etwa Präzision und Nachweisgrenze. Diese Bewertung muss schriftlich vorliegen. Ein Gerätewechsel ohne dokumentierte Auswirkungsbewertung ist im Begutachtungsalltag ein sicherer Treffer.

Wie hängt Validierung mit der Messunsicherheit zusammen?

Die Validierungsdaten sind meist die Hauptquelle für die Unsicherheitsbetrachtung. Präzisionsdaten aus Wiederholmessungen und Wiederfindungen aus dotierten Proben liefern die größten Beiträge. Wer validiert, ohne die Daten später für die Unsicherheit zu nutzen, macht dieselbe Arbeit zweimal.

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